Mauerwerkssperre nachträglich einbringen mit dem Baumit inject-System
In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigen wir dir, wie du dein Mauerwerk richtig vorbereitest, die Bohrlöcher setzt und das inject-System sauber einbringst.
- Schwierigkeit
- Leicht
- Verarbeitungsdauer
- ca. 10 – 20 Minuten pro lfm (ohne Stand- und Trocknungszeit)
Deine Checkliste
Wichtige Hinweise
Die richtigen Bedingungen für die Verarbeitung
Führe alle Arbeiten bei Temperaturen zwischen +5 °C und +30 °C aus. Die inject-Mauerwerkssperre bringst du üblicherweise vom Innenraum aus in das Außenmauerwerk ein. Geeignet ist das System für einschaliges Mauerwerk aus Ziegel, Betonstein oder Naturstein mit einer durchgängigen Lagerfuge.
So bereitest du das Mauerwerk vor
Das inject-System wird gezielt in den Mauermörtel der Lagerfuge eingebracht. Damit du die Lagerfuge gut erkennst, entferne im unteren Wandbereich den Altputz – mindestens auf den unteren 3 Steinreihen.
Das musst du zur Mauerstärke wissen
Der Einbau ist bis zu einer Mauerwerksdicke von max. 70 cm möglich. Beachte zusätzlich die Angaben zur möglichen Belastung des Mauerwerks im Produktdatenblatt.
Schütze dich bei der Arbeit
Der Wirkstoff des inject-Systems ist alkalisch. Trage deshalb immer:
- dichte Arbeitshandschuhe
- Schutzbrille
- Arbeitskleidung
Klebe oder decke außerdem angrenzende Bereiche und Flächen ab, um sie vor Verschmutzung oder Beschädigung zu schützen.
Durch die vielfältigen Baustellengegebenheiten können die von uns gezeigten Arbeitsschritte nicht alle Einzelfälle berücksichtigen. Sie zeigen den aktuellen Stand unserer Erfahrungen zum Zeitpunkt der Erstellung der Bilder und sind daher unverbindlich. Beachte immer die aktuellen technischen Unterlagen (z. B. Produktdatenblatt, technische Zusatzinfo, etc.) zu den gezeigten Produkten.
Verarbeitungsanleitung
Zeichne die Positionen der Bohrlöcher an der Mauer an. Starte an den Innen- und Außenecken mit 5 cm Abstand zur Ecke.
Der Abstand zwischen den Bohrlöchern richtet sich nach der Dicke deiner Mauer:
- bis 40 cm Mauerwerksdicke: 12,5 cm Abstand
- bis 70 cm Mauerwerksdicke: 8 cm Abstand
Setze die Bohrlöcher möglichst in die erste Mörtelfuge über dem Boden. Prüfe vorher, ob du genug Platz hast, um mit der Bohrmaschine waagerecht in die Fuge zu bohren.
Stelle nun die passende Bohrtiefe an deiner Bohrmaschine ein.
Faustformel für die Bohrtiefe:
Mauerwerksdicke - 5 cm = Bohrtiefe
(Beispiel: Bei einer Mauerwerksdicke von 30 cm beträgt die Bohrtiefe 25 cm.)
Stelle diese Tiefe am Tiefenanschlag deiner Bohrmaschine ein. Verwende dazu einen Stein- oder Betonbohrer mit 14 mm Durchmesser.
Beim Bohren in das Mauerwerk entstehen Staub und Steinsplitter, die in die Augen gelangen können. Schütze dich daher mit:
- Schutzbrille
- Arbeitshandschuhen
- fester Arbeitskleidung
Setze die Bohrmaschine waagerecht in der Lagerfuge an den zuvor markierten Positionen an. Bohre die Löcher horizontal in das Mauerwerk bis zur zuvor eingestellten Bohrtiefe.
In den Innenecken setzt du die Bohrung waagerecht im 45°-Winkel zur Wand an. So erreichst du auch im Eckbereich eine durchgehende, lückenlose Horizontalsperre im Mauerwerk.
Blase die gesetzten Bohrlöcher mit einem Kompressor oder einer Handpumpe gründlich aus, um Bohrstaub und losen Schmutz vollständig zu entfernen.
Tipp:
Nur saubere Bohrlöcher gewährleisten, dass das Injektionsmittel später optimal ins Mauerwerk eindringen kann.
Um dir das Zuschneiden der Kapillarstäbchen auf Maß zu erleichtern, fertigst du dir am besten eine einfache Lehre aus einem Kantholz oder Brett an.
Die Länge des Kapillarstäbchens entspricht dabei der Bohrlochtiefe + 7 cm. Übertrage dieses Maß als Markierung auf deine Lehre.
Tipp:
Mit der Lehre kannst du alle Stäbchen schnell und einheitlich auf die exakt gleiche Länge zuschneiden. Das spart Zeit und sorgt für ein sauberes Ergebnis.
Lege die Kapillarstäbchen an die zuvor angefertigte Lehre an und schneide sie mit einem scharfen Cuttermesser auf die passende Länge zu.
Stecke das zugeschnittene Kapillarstäbchen bis zum Anschlag in den roten Saugwinkel.
Hinweis:
Der Saugwinkel ist im inject-Mauerwerkssperre-Systempaket bereits enthalten und kann bei Bedarf auch einzeln nachgekauft werden.
chiebe das Kapillarstäbchen mit dem aufgesteckten roten Saugwinkel bis zum Anschlag in das Bohrloch, sodass der Saugwinkel fest und bündig im Mauerwerk sitzt.
Fülle den roten Saugwinkel 2× in kurzen Abständen mit sauberem Wasser. Dadurch quellen die Kapillarstäbchen im Bohrloch kurzfristig auf.
Schraube das Auslaufröhrchen (im Systempaket enthalten) fest auf die Einzelkartusche Mauerwerkssperre auf.
Wichtig:
Die Verbindung muss dicht und luftundurchlässig sein. Aus dem Gewinde darf später keine Luft entweichen, damit der Wirkstoff sauber ins Bohrloch fließt.
Wichtig: Setze die Kartusche spätestens 15 Minuten nach dem Vornässen ein.
Setze die Einzelkartusche mit dem Auslaufröhrchen am Saugwinkel an und drücke sie mit einer schnellen, festen Bewegung in die Klemmvorrichtung des Saugwinkels. Die Flasche muss fest im Saugwinkel eingeklemmt sein.
Wenn die Flasche richtig sitzt, wird der Wirkstoff über das Kapillarstäbchen in das Bohrloch eingebracht. Es tropft nichts aus dem Saugwinkel heraus.
Innerhalb von 12 bis 48 Stunden dringt der Wirkstoff über das Kapillarstäbchen in den Mauermörtel der Lagerfuge ein und verteilt sich. Dringt der Wirkstoff auch in die angrenzenden Ziegelsteine ein, verstärkt das die abdichtende Wirkung – zwingend nötig ist das aber nicht.
Besonderheit bei dünnem Mauerwerk (< 20 cm):
Je nach Mauerwerksdicke kann es sein, dass nicht der komplette Flascheninhalt ins Mauerwerk abgegeben wird. Lass die Flaschen in diesem Fall aus Sicherheitsgründen weitere 24 Stunden im Saugwinkel stecken.
Nimm die Einzelflaschen ab und ziehe die Kapillarstäbchen samt Saugwinkel aus den Bohrlöchern.
Hinweis:
Restlicher Wirkstoff in der Flasche und gereinigte Saugwinkel kannst du wiederverwenden. Die benutzten Kapillarstäbchen werden entsorgt.
Die Einzelflaschen der Mauerwerkssperre kannst du nachfüllen und wiederverwenden.
Tipp:
Bei unserem Handelspartner HORNBACH ist dafür der Wirkstoff inject Mauerwerkssperre im 6 l Kanister erhältlich.
Rühre Baumit Beton- und Reparaturspachtel nach Herstellerangaben an und verschließe die Bohrlöcher mit einer Spachtel oberflächig. Das kannst du bereits am gleichen Tag erledigen. Danach muss der Spachtel mindestens 2 Tage trocknen.
Den Bereich unterhalb der Mauerwerkssperre bis ca. 10 cm oberhalb der Sperre dichtest du mit Baumit Dichtschlämme flexibel ab. Rühre sie nach Angaben auf dem Gebinde in streichfähig an und trage sie mit einem Quast in 2 Lagen auf.
Zeite Lage nicht zu früh auftragen: Zweite Lage erst auftragen, wenn die erste so weit angetrocknet ist, dass sie nicht mehr verschmiert oder beschädigt wird.
Woran du das erkennst: Die Oberfläche beginnt heller zu werden. Je nach Wetter und Temperatur nach 1 bis 3 Stunden.
Soll die Fläche später verputzt werden, brauchst du eine Haftbrücke auf der Dichtschlämme – sonst hält der Putz nicht zuverlässig. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:
Spritzbewurf frisch in frisch: In die noch frische 2. Lage Dichtschlämme Baumit Saniervorspritzmörtel 50 % deckend anwerfen.
Aufrauen und Haftspachtelung: Sobald die 2. Lage Dichtschlämme leicht angetrocknet ist, rauhst du sie mit einem Besen horizontal auf und lässt sie mind. 3 Tage trocknen. Danach trägst du Baumit Multisockel Base als Haftspachtelung in ca. 3 mm Dicke auf und rauhst auch diese mit einem Straßenbesen horizontal auf.
Das Aufrauen verhindert ein Versintern der Oberfläche und sichert die Haftung der nächsten Putzlagen.