Nachträgliche Horizontalabdichtung selbst einbringen – Schritt für Schritt
- Schwierigkeit
- Mittel
- Verarbeitungsdauer
- ca. 25 – 35 Minuten pro lfm (ohne Stand- und Trocknungszeit)
Deine Checkliste
Wichtige Hinweise
Die richtigen Bedingungen für die Verarbeitung
Verarbeite das System bei einer Luft- und Bauteiltemperatur zwischen +5 °C und +30 °C. Diese Temperatur gilt von der Verarbeitung bis zur vollständigen Austrocknung. Die Mauer darf höchstens zu 50 % durchfeuchtet sein. Geeignet ist das System bei geringer bis mittlerer Salzbelastung im Mauerwerk.
Schütze dich bei der Arbeit
Die Injektionsflüssigkeit ist stark alkalisch, ähnlich wie ein Haushaltsreiniger. Trage deshalb immer:
• dichte Schutzhandschuhe
• Schutzbrille
• Arbeitskleidung
Beachte zusätzlich die Sicherheitshinweise auf dem Produkt.
Reihenfolge der Arbeitsschritte beachten
Schlage alten Putz erst nach der Abdichtung ab. So kann der Putz überschüssige Baumit Horizontalabdichtung aufnehmen. Achte darauf, dass möglichst keine Injektionsflüssigkeit auf die zu überarbeitende Mauerfläche gelangt, die du später neu verputzen willst. Denn auf der Horizontalabdichtung hält neuer Putz nur schlecht.
Maßnahmen bei ungewöhnlich schnellem Abfließen der Horizontalabdichtung
Fließt die Horizontalabdichtung sehr schnell und stetig ab, sind vermutlich Risse, Spalten oder Löcher im Mauerwerk. In diesem Fall müssen die Bohrlöcher mit Mauer- und Putzmörtel verfüllt werden und die Bohrlöcher nach der Trocknung des Mörtels wieder neu aufgebohrt werden. Danach wird die Injektion mit der Horizontalabdichtung wiederholt. Das alternative Baumit inject-System ist durch seine Einbringtechnik weniger empfindlich gegenüber solchen Fehlstellen.
Durch die vielfältigen Baustellengegebenheiten können die von uns gezeigten Arbeitsschritte nicht alle Einzelfälle berücksichtigen. Sie zeigen den aktuellen Stand unserer Erfahrungen zum Zeitpunkt der Erstellung der Bilder und sind daher unverbindlich. Beachte immer die aktuellen technischen Unterlagen (z. B. Produktdatenblatt, technische Zusatzinfo, etc.) zu den gezeigten Produkten.
Verarbeitungsanleitung
Markiere die Höhe der ersten Bohrlochreihe. Wir empfehlen bei einem späteren Bohrwinkel von 45° die Höhe entsprechend der Mauerwerksdicke zu verwenden.
Mit einer Schlagschnur oder einer langen Wasserwaage zeichnest du die erste Bohrlochreihe auf dem Untergrund an.
Zeichne gleich die zweite Bohrlochreihe 5 cm über der ersten Reihe am Untergrund an.
Erste Reihe: Das erste Loch wird 5 cm von der Wand entfernt gesetzt – alle weiteren Löcher folgen im Abstand von 10 cm.
Zweite Reihe: Das erste Loch wird 10 cm von der Wand entfernt gesetzt – alle weiteren Löcher folgen im Abstand von 10 cm.
So entsteht ein gleichmäßiger Versatz.
Wir empfehlen einen Bohrlochwinkel von 45°. Zur einfacheren Verarbeitung haben wir uns aus 4 Holzlatten eine optische Lehre gebaut.
Ziehe von der Mauerwerksdicke 5 cm ab.
Beispiel: 36 cm (Dicke Mauerwerk) – 5 cm = 31 cm.
Wir bohren die Löcher im Einbauwinkel von 45°. Jetzt kannst du die Länge des Bohrlochs errechnen:
31 cm² + 31 cm² =1922 cm
1922 √ = 44 cm
Das Bohrloch muss bei dieser Wand 44 cm betragen. Berücksichtige später, dass du zum Bohren der Löcher einen ausreichend langen Bohrer hast.
Stelle den Tiefenanschlag der Bohrmaschine entsprechend ein, verwende die Bohrhilfe für den richtigen Winkel und bohre die Löcher mit einem Bohrdurchmesser von 10 oder 12 mm an den markierten Positionen.
Die Löcher der zweiten, oberen Reihe kannst du direkt im Anschluss im gleichen Bohrwinkel bohren.
In der Innenecke zeichnest du eine dritte Reihe 5 cm über der Zweiten an.
Setze 10 cm über der zweiten Bohrlochreihe in der Innenecke eine Markierung.
Der Abstand des Bohrlochs auf der dritten Reihe beträgt wieder 5 cm von der Wand.
Setze das obere Bohrloch mittig und im Winkel von 45° in die Innenecke.
Eventuell hilft dir ein eingesteckter Injektionstrichter beim richtigen Setzen der beiden weiteren Bohrlöcher mit gleicher Ausrichtung und gleichem Winkel.
Bereite die Injektionstrichter für den Einsatz vor. Schneide die Öffnung frei und schraube die Einfüllspitze auf.
Blase die Bohrlöcher mit einer Handpumpe oder einem kleinen Kompressor aus.
setze die vorbereiteten Injektionstrichter fest in die zuvor gebohrten Löcher ein.
Besonders im Eckbereich ist es hilfreich die Horizontalabdichtung zuvor in eine Gießkanne abzufüllen.
Achtung
Achte auf deine persönliche Schutzausrüstung Trage eine Schutzbrille, geeignete Handschuhe und entsprechende Arbeitskleidung.
Fülle in den nächsten 6 – 14 Tagen immer wieder Horizontalabdichtung nach, bis nichts mehr nachfließt und das Mauerwerk gesättigt ist.
Nach spätestens 14 Tagen kannst du die Injektionstrichter entfernen.
Kürze zuerst die Einfüllspitze des Injektionstrichters mit einem Cuttermesser.
Zum oberflächigen Befüllen der Bohrlöcher, rührst du den Baumit Beton- und Reparaturspachtel in einer fließfähigen Konsistenz an.
Hinweis
Bestehenden Altputz vor dem Füllen der Bohrlöcher entfernen.
Zum Stopfen hilft ein Rundholz (25–30 mm Durchmesser). Mit einem dünneren Rundstab (8–10 mm) kannst du den Spachtel im Bohrloch einfach nachschieben.
Die Fläche bis circa 10 cm über der Abdichtung wird zweimal mit Dichtschlämme (flexibel) gestrichen.